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SPS-Steuerungen
Was ist eine SPS und wie funktioniert sie?
Eine speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) ist ein spezialisierter Industriecomputer, der für raue Betriebsbedingungen und die kontinuierliche Prozesssteuerung entwickelt wurde. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, den Gerätebetrieb auf Basis von Sensordaten und vordefinierten Algorithmen zu steuern.
Das Funktionsprinzip ist einfach: Die Steuerung liest periodisch Eingangssignale ein, verarbeitet sie gemäß einem gespeicherten Programm und erzeugt entsprechende Ausgangssignale. Dadurch kann sie spezifische Funktionen ausführen, wie beispielsweise ein Förderband aktivieren, die Temperatur überwachen, den Flüssigkeitsstand messen oder die Bewegung eines Roboterarms steuern.
Die SPS-Steuerung arbeitet in drei grundlegenden Phasen:
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Einlesen von Eingaben – der Controller sammelt Informationen von Sensoren, Tasten, Messwandlern, Endschaltern und anderen Eingabegeräten.
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Datenverarbeitung – der Mikroprozessor analysiert Signale gemäß einem programmierten Algorithmus und entscheidet über weitere Aktionen.
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Senden von Ausgangssignalen – die Steuerung sendet Steuersignale an Aktoren wie Ventile, Relais, Motoren, Schütze oder andere Aktoren.
Dieser Vorgang läuft in einem Zyklus von nur wenigen Millisekunden ab, sodass der Controller nahezu sofort auf Änderungen im Prozess reagieren kann.
Aufbau einer speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS)
Jede SPS besteht aus mehreren grundlegenden Elementen:
- Die zentrale Verarbeitungseinheit (CPU) ist das Herzstück des Steuerungssystems. Hier finden die Datenverarbeitung und die Programmausführung statt.
- Programm- und Datenspeicher – speichert Steuerlogik, Konfigurationen und Prozessvariablen.
- Netzteil – liefert die Spannung für den Betrieb des gesamten Systems.
- Eingangs- und Ausgangsmodule (E/A) sind für den Empfang von Signalen von Sensoren (Eingänge) und die Steuerung von Geräten (Ausgänge) zuständig.
- Kommunikationsschnittstelle – ermöglicht den Datenaustausch zwischen der Steuerung und anderen Elementen (z. B. HMI, Industriecomputer, Wechselrichter, Roboter).
Dank seines modularen Aufbaus lassen sich die Funktionen des Systems beliebig erweitern. So können Sie beispielsweise ein Analogmodul zur Spannungs- oder Temperaturmessung, ein Digitalmodul zum Auslesen logischer Zustände und ein Kommunikationsmodul zur Integration in ein industrielles Netzwerk hinzufügen.
Arten von SPS-Steuerungen
SPS-Steuerungen werden nach ihrer Struktur und Anwendung unterteilt:
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Kompakte SPSen – alle Komponenten (CPU, Netzteil und E/A-Module) sind in einem einzigen Gehäuse untergebracht. Dies ist die ideale Lösung für kleinere Maschinen oder einfache Prozesse. Eine kompakte SPS ist kostengünstig, platzsparend und sofort nach dem Anschließen betriebsbereit.
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Modulare SPSen ermöglichen eine flexible Erweiterung des Systems. Der Anwender kann zusätzliche Eingangs-, Ausgangs-, Kommunikations- oder Spezialmodule (z. B. für analoge Messungen) hinzufügen. Solche modularen SPSen werden in komplexen Prozesslinien eingesetzt, die Flexibilität und Skalierbarkeit erfordern.
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Verteilte SPSen werden in großen Anlagen eingesetzt, in denen sich mehrere Geräte an verschiedenen Standorten befinden. Sie kommunizieren über industrielle Netzwerke (z. B. Profinet, Modbus TCP, EtherCAT) miteinander und bilden so ein verteiltes Steuerungssystem.
Jeder dieser Steuerungstypen kann entsprechend den Bedürfnissen des Benutzers programmiert werden – von einfachen Systemen bis hin zu komplexen Algorithmen zur Steuerung technologischer Prozesse.
SPS-Programmierung
Eine SPS kann für eine spezifische Anwendung angepasst werden. Die Logik wird mithilfe spezialisierter Software und Programmiersprachen erstellt, die dem IEC-61131-3-Standard entsprechen, wie zum Beispiel:
- LD (Kontaktplan) – eine Kontaktplansprache, die einem Schaltplan ähnelt und bei Automatisierungsingenieuren sehr beliebt ist.
- FBD (Funktionsblockdiagramm) – eine Blocksprache, mit der sich Logik aus vorgefertigten Funktionen erstellen lässt.
- ST (Structured Text) – eine Textsprache ähnlich wie Pascal, ideal für komplexe Berechnungen,
- IL (Instruction List) – eine Low-Level-Sprache, die heute weniger gebräuchlich ist.
- SFC (Sequential Function Chart) – ein Ablaufdiagramm zur Steuerung gestaffelter Prozesse.
Die Programmierung einer SPS umfasst die Erstellung eines Algorithmus, der beschreibt, wie die Steuerung auf bestimmte Eingangssignale reagieren und welche Entscheidungen auf Basis der Ausgaben getroffen werden sollen. Dies ermöglicht es dem Ingenieur, das Maschinenverhalten problemlos an sich ändernde Produktionsanforderungen anzupassen.
Zur SPS- Programmierung gehören auch die Konfiguration von Kommunikationsschnittstellen, die Zuweisung von Eingangs- und Ausgangsadressen, die Kalibrierung analoger Signale und die Fehlerdiagnose.
Funktionsweise einer speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) in einem Automatisierungssystem
Die SPS arbeitet in einem geschlossenen Regelkreis. Sie kommuniziert einerseits mit Sensoren und Messgeräten und andererseits mit Aktoren.
In modernen Anlagen arbeiten SPSen häufig mit Industriecomputern, HMI-Bedienfeldern und SCADA-Systemen zusammen. Dies ermöglicht dem Bediener die volle Kontrolle über den Prozess und die jederzeitige Änderung der Betriebsparameter.
SPSen bieten zahlreiche Kommunikationsfunktionen, die den Datenaustausch mit anderen Maschinen über Ethernet, RS-485, Profibus oder Modbus TCP ermöglichen. Dadurch lassen sich ganze Produktionslinien in ein einziges, einheitliches Steuerungssystem integrieren.
In der Praxis kann eine SPS jeden Prozess steuern – von der einfachen Pumpensteuerung bis zur Synchronisierung von Dutzenden von Motoren und Ventilen.
Anwendung von SPS-Steuerungen
Die Einsatzmöglichkeiten von speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) sind äußerst vielfältig und umfassen nahezu alle Bereiche der modernen industriellen Automatisierung. Sie werden zur Automatisierung von Produktions- und Montagelinien, Verpackungs- und Etikettiermaschinen sowie des internen Transports und der Lagerhaltung eingesetzt. SPS finden auch in Kläranlagen, Wasseraufbereitungsanlagen, der Lebensmittel-, Pharma-, Energie- und Heizungsindustrie Anwendung. Zunehmend werden sie auch in öffentlichen Gebäuden eingesetzt, wo sie die Steuerung von Beleuchtung, Aufzügen, Lüftung und Klimaanlage übernehmen. In all diesen Anwendungen gewährleistet eine SPS die Wiederholbarkeit von Prozessen, die Sicherheit der Bediener und die Fähigkeit, schnell auf Unregelmäßigkeiten zu reagieren – ein entscheidender Faktor in der Produktionsumgebung.
SPS-Steuerungen und industrielle Automatisierung
Die industrielle Automatisierung ist ein Bereich, in dem speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) von grundlegender Bedeutung sind. Sie ermöglichen die Implementierung komplexer Steuerungssysteme, reagieren auf Sensorsignale und halten technologische Prozesse innerhalb präzise definierter Parameter aufrecht.
In Kombination mit Sensoren, Wechselrichtern, Industriecomputern und HMI-Panels bilden SPSen komplette Automatisierungssysteme, die Daten selbstständig verarbeiten, Parameter überwachen und Alarme melden können.
Es ist diese Flexibilität, die SPS-Industriesteuerungen sowohl bei Neuinstallationen als auch bei der Modernisierung älterer Systeme so beliebt macht.
Moderne SPS-Steuerungen – Funktionen und Fähigkeiten
Moderne SPSen bieten heute weit mehr als einfache Logiksteuerung. Sie sind mit fortschrittlichen Diagnosefunktionen, Unterstützung für mehrere Kommunikationsprotokolle und Fernüberwachungsfunktionen ausgestattet.
Einige Modelle ermöglichen zudem eine direkte Verbindung zur Cloud oder die Integration mit IoT-Systemen, sodass Sie Produktionsdaten in Echtzeit analysieren können.
Die hohe Signalverarbeitungsgeschwindigkeit, die umfangreichen Erweiterungsmöglichkeiten und die Unempfindlichkeit gegenüber Umwelteinflüssen (Vibrationen, Temperatur, Staub) machen die SPS-Steuerung in jedem industriellen System unersetzlich.
Wie man die richtige SPS-Steuerung auswählt
Die Auswahl einer SPS-Steuerung hängt von mehreren Faktoren ab:
- Anzahl und Art der Ein-/Ausgänge (digital und analog),
- Komplexität des Regelalgorithmus,
- Kommunikationsbedürfnisse
- Systemerweiterungsmöglichkeiten,
- Umweltbedingungen.
Es lohnt sich auch, der Software Beachtung zu schenken, da eine komfortable Programmierumgebung die Konfiguration und Diagnose erleichtert.
Wenn Sie sich fragen, welche SPS die richtige für Sie ist, hilft Ihnen unser Beraterteam gerne bei der Auswahl der passenden Komponente für Ihre Anwendung. Wir bieten Ihnen außerdem Unterstützung bei der SPS-Programmierung, der Konfiguration von Kommunikationsmodulen und der Integration in andere Systeme.
SPS-Steuerungen im PLE-Service
Unser Online-Shop bietet eine große Auswahl an speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS), von einfachen Kompaktmodellen bis hin zu fortschrittlichen modularen SPS für große industrielle Automatisierungssysteme. Unser Angebot umfasst Siemens -SPS, moderne SPS mit Ethernet-Schnittstelle, E/A-Erweiterungen und -Module sowie diverses Kommunikations- und Stromversorgungszubehör. Wir garantieren jedem Kunden professionelle Unterstützung bei der Auswahl der passenden Lösung. Ob Sie ein einfaches Steuerungssystem aufbauen oder ein komplexes Produktionssystem planen – wir helfen Ihnen, die richtige SPS, die passende Software und das notwendige Zubehör auszuwählen, damit Ihr System zuverlässig funktioniert und Ihre Anwendungsanforderungen erfüllt. Neben dem Vertrieb bieten wir auch Automatisierungs- und Elektronikdienstleistungen an.
